BikeFittings bei HYCYS – Ein Überblick

Damit ihr eure Leistung auf die Straße bringen könnt, muss das Zusammenspiel von Mensch und Maschine stimmen. Wir bieten in unseren Laboren in Köln, Hamburg und München umfassende, ganzheitliche BikeFittings an, um euch eine individuell optimale Sitposition auf dem Rad zu ermöglichen. Warum sich ein BikeFitting für euch lohnt und wie unsere BikeFitter dabei vorgehen erfahrt ihr in diesem Übersichtsartikel.

Zunächst ermitteln unsere BikeFitter eure körperlichen Voraussetzungen, bevor wir eure Sitzposition mittels dynamischer Bewegungsanalyse erfassen und optimieren. Unsere gebioMized-concepts-labs sind dafür unter anderem mit Videoanalysesystemen und Druckmessungen für Sättel, Füße und Armpads ausgestattet. Solltet ihr auf dem Weg zur perfekten Sitzposition Potential am Sattel oder den Füßen haben, werden unsere BikeFitter diese Potentiale nicht nur finden und optimieren, sondern können sogar mit einer größeren Anzahl an Sättel und Schuhen sowie Semi-Custom und Custom-Einlagen aushelfen.

Halten wir zunächst einmal Folgendes fest: Das System aus dem Ausdauersportler und seinem Rad ist auf den ersten Blick ein recht „starres“. Das ergibt sich durch die drei Kontaktstellen, die zwischen Körper und Rad bestehen: Da wären also die Kontaktstelle aus Sattel und Hintern, die Verbindung von Fuß, Schuh, Pedalen und Cleats sowie die „Fixierung“ des Oberkörpers, die entweder aus Handfläche und Lenker oder Unterarmen und Armpads besteht.

Das komplette Gewicht des Athleten verteilt sich auf diese drei Kontaktstellen. Die gesamte Interaktion findet an diesen Punkten statt. Diese Stellen sind dafür verantwortlich, wie die Leistung des Athleten auf Straße, Bahn, Schotter oder Gelände übertragen wird.

Die Abhängigkeiten in diesem starren System sind dabei per se schon groß: die reine Position des Athleten auf dem Rad, das Verhältnis der Kontaktstellen zueinander in Form von Sitzhöhe, Sitzlänge, Nachsitz, das zugehörige Material wie Sattel, Schuhe, Cleats, Lenker und die daraus resultierende Gewichtsverteilung des Athleten zu den Kontaktstellen. Hinzu kommen die unterschiedlichen Voraussetzungen, die der Sportler mitbringt: muskuläre Dysbalancen, Vorverletzungen, allgemeiner Leistungszustand, sportliche Vita, bekannte Beschwerde-Muster, Oberkörperstabilität etc.

BikeFittings im Radsport und Triathlon für die optimale Sitzposition

Warum lohnt sich ein BikeFitting für mich?

Eine optimale Radposition via Augenmaß und Ausprobieren selbst zu finden, ist eigentlich ausgeschlossen. Um den Spaßfaktor nicht durch Druckschmerz, Hautreizungen oder Taubheitsgefühle zu mindern oder Leistungsverluste durch falsche Positionseinstellungen zu haben, bietet sich ein BikeFitting bereits früh in der Vorbereitung an.

Für uns sind folgende Aspekte die Hauptgründe, weshalb ein professionelles BikeFitting Sinn macht:

  • Schmerzsymptome reduzieren und vorbeugen
  • ein besseres Wohlbefinden erzeugen und Komfort steigern
  • das Ermüdungsrisiko minimieren
  • Taubheitsgefühle an den Kontaktstellen abstellen
  • das Verletzungsrisiko verringern
  • die Leistungsübertragung/Kraftübertragung optimieren
  • die Effizienz der Pedalumdrehungen verbessern
  • das passende individuelle Equipment (u. a. Sattel oder Schuh) finden
  • Sitzposition an körperliche Veränderungen (Alter, Erhöhung/Reduzierung des Leistungsstands) anpassen

 

Die optimale Radposition zu finden, ist grundsätzlich ein Prozess. Sie lässt sich aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten und Stellschrauben nicht innerhalb eines einzigen Termins festlegen. Wer nun gleich an feinste Anpassungen an die körperliche Konstitution, die Anfertigung individueller Maßeinlagen oder sogar die Optimierung der Aerodynamik denkt, dem sei gesagt: Ja, das ist alles möglich und ab einem bestimmten Punk auch sinnvoll. Das oberste Augenmerk sollte aber – wie auch aus den oben genannten Gründen für ein BikeFitting zu erkennen – für jeden Ausdauersportler zunächst einmal darin liegen, die „Basics“ zu erfüllen und eine schmerzfreie, komfortable Radposition herzustellen.

In jedem BikeFitting gilt es, eine optimale Balance aus Leistung, Komfort und Aerodynamik zu finden. Jede Analyse wird dynamisch und so reell wie möglich durchgeführt. Jedes Fitting ist individuell – die Historie und die Ziele des Sportlers werden berücksichtigt.

BikeFittings im Radsport und Triathlon für die optimale Sitzposition

Die drei Bestandteile unseres BikeFittings

Der Ablauf des BikeFittings kann in 3 Teile gefasst werden. Unser BikeFitting ist ein Prozess aus der Messung der Ausgangslage, der Positionsoptimierung und der Kontrollmessung. Begonnen wir mit dem PreFitting, wo ein Anamnese Gespräch stattfindet und ein Beweglichkeitstest durchgeführt wird. Es folgt der Hauptteil, das BikeFitting und wird mit dem PostFitting abgeschlossen. Im Postfitting wird der wichtige Fitting-Prozess aufgezeigt und weitere Potentiale besprochen.

Der Erfolg wird durch die Kombination aus Pre-Test und Post-Test für den Sportler transparent und nachvollziehbar. Kern des Fittings ist die Optimierung der Druck- und Kraftverteilung an den drei Kontaktstellen. Unser Bikefitting berücksichtigt & optimiert die wichtigsten Gelenkwinkel des Körpers. Neben der Auswahl des passenden Materials finden die physiologischen Besonderheiten des Sportlers ebenfalls Berücksichtigung. Objektive Messwerte und das Know-How des BikeFitters bilden die Basis für ein erfolgreiches BikeFitting.

1.PreFit

Das PreFit besteht aus einem Anamnesegespräch, verschiedenen PreFit Tests am Athleten und der Aufnahme der aktuellen Positionsdaten. Im Anamnese Gespräch wollen wir uns einen möglichst umfangreichen Überblick über die Voraussetzungen des Athleten verschaffen. Unsere Fragen richten sich nach der sportlichen Vita, dem aktuellen Gesundheitslevel, dem Fitnessstand, den persönlichen Zielen und Erwartungen an das BikeFitting, wie etwa Komfortgewinn, Leistungszuwachs, Schmerzreduzierung etc. Zudem wird die sportliche Zielsetzung abgefragt und eingeordnet. Ein wichtiger Bestandteil besonders im Vorfeld der PreFit Tests ist außerdem das Erfassen von Beschwerdemustern. So entsteht ein ganzheitliches Athletenbild und die Zielsetzung für das BikeFitting wird klar.

PreFit Tests

Die PreFit Tests zielen darauf ab, das Stabilitäts und Flexibilitätsniveau des Sportlers festzustellen. Dabei sollen zudem mögliche Schwächen und muskuläre Dysbalancen erkannt werden. Dies ist nicht nur für die Bestimmung der optimalen Sitzposition essenziell, die Erfassung von Funktionalität und Mobilität der Muskulatur bietet auch die Grundlage für ein individuelles Ausgleichstraining. So können Verletzungen und Schmerzen vorgebeugt werden.

Die Tests führt der BikeFitter mit dem Athleten durch. Dabei werden die einzelnen Muskeln, bzw. Muskelgruppen hinsichtlich ihrer Funktion und Beweglichkeit getestet. Die Beweglichkeit gibt auch Rückschlüsse auf den Positionsspielraum die der jeweilige Athlet hat. Etwa wie tief oder hoch das Cockpit oder die Sitzhöhe eingestellt werden kann.

Hier lassen sich oft sportartspezifische Unterschiede feststellen. Triathleten haben etwa durch ihr vielseitigeres Sportanforderungsprofil und ihr damit verbundenes ganzheitlicheres Training oftmals eine deutlich bessere Beweglichkeit der hinteren Muskelkette und eine bessere Hüftrotation. Dies bringt Vorteile für die Entwicklung der Aeroposition mit sich.

Neben dem Athleten muss selbstverständlich auch das Rad, genauer gesagt die aktuelle Radeinstellung, genau analysiert werden. Hierbei wird das Verhältnis der einzelnen Kontaktstellen des Athleten mit dem Rad gemessen. Es werden sämtliche Winkel, Längen und Längenverhältnisse abgenommen. Wichtig ist die Aufnahme der Positionsdaten auch, um eine Basis zu haben, von der aus verschiedenen Veränderungen in kleinen Schritten vorgenommen werden können und auf die man zurückgreifen kann, sollten im Verlauf des BikeFittings Probleme auftreten.

Beispiele: Sitzhöhe, Nachsitz/Sattelversatz, Sallteüberhöhung, Vorbaulänge, Sitzlänge

Triathlon- Zeitfahrspezifischer: Länge Aerolenker, Padbreite, Extensionsbreite und -art.

Die richtigen Schuhe und Einlagen beim Radfahren

2. BikeFit

Nach dem PreFitting geht es aufs Rad. Erstmal wird mit der aktuellen Position eine Baseline erstellt. Hierbei werden Aufnahmen und Daten des Ist-Zustandes erhoben. Es werden Bewegungsmuster erfasst und analysiert. In der Regel findet die Baseline – Messung statt, ohne dass die Athleten darüber informiert werden, dass jetzt gemessen wird. So soll ein möglichst realistisches Abbild von der Position erfasst werden, denn: Athleten korrigieren ihre Haltung oftmals selbst stark, wenn sie wissen, dass ein Video oder eine Datenerfassung aufgenommen wird. Diese korrigierte Haltung können die Athleten in der Regel aber nicht lange halten und sie entspricht damit nicht der realistischen Trainings oder Wettkampfposition. Die Baseline-Messung wird mit dem Athleten am PC durchgegangen. Die Vielzahl an Parametern (Kraf, Druck, Fläche, Kraftangriffspunkt, Winkel) erläutern, einordnen und Potentiale aufweisen

Fitentscheidung & Evaluation

Durch das PreFit, die Baseline Messung und die erkannten positiven und vielleicht negativen Bewegungsmuster kann eine erste Fitentscheidung getroffen werden. Nach jeder Fitentscheidung wird der Radsportler erneut an allen Kontaktstellen durchgemessen und die Veränderung quantitativ evaluiert. Mit einfließen des Feedbacks der Radsportler werden weitere Fitentscheidungen getroffen und erneut evaluiert. Das Erkennen von ungünstigen Bewegungsmustern und das Einordnen, ob man diese kurzfristig, mittelfristig oder langfristig angehen/beseitigen möchte ist eine der schwierigen Entscheidungen im Fitting.

Sitzpositionsanalyse im Radsport und Triathlon

3.PostFit

Der erste Schritt des PostFit ist die Aufnahme der finalen Positionsdaten. Die neuen Positionsdaten des Athleten werden notiert, dass das Rad immer wieder auf diese eingestellt werden kann. Dann wird ein Report erstellt, in dem alle Vergleichsdaten aus Baseline-Messung und finaler Messung enthalten sind. Der Report enthält zudem ausführliche Vorher/Nachher Vergleiche mit den Druckbildern der Kontaktstellen, Kraftkurven der Fußdruckmessung, Videobilder und die Positionsdaten. Ausserdem geben wir den Athlet*innen in der Regel Hausaufgaben in Form von Beweglichkeitsübungen mit.

Aufzeigen des FittingProzess und die damit verbundenen „Trainingsaufgaben/Hausaufgaben“

Nach den ersten Veränderungen der Position werden die ersten Schritte für den Prozess eingeleitet.

Ein neuer Sattel verändert die Haltung grundlegend. Mit der neuen Haltung ergeben sich neue Potentiale, um mittelfristig oder langfristig die Lenkerhöhe oder Länge zu verändern. Genauso ist es bei der richtigen Sitzhöhe. Durch das Aufnehmen von Beweglichkeitsübungen können die Kontaktstellen möglicherweise mittelfristig angepasst werden, um mehr Performance oder Komfort zu erzeugen. Die Athlet*innen bekommen von uns die Ansatzpunkte zu Verbesserung der Beweglichkeit und Haltung auf dem Rad mit. Zu den „Aufgaben“ für die Athlet*innen gehört auch eine Rücksprache mit uns. Dabei wollen wir sichergehen, ob die Veränderungen zum Erfolg geführt haben. Wir wollen auch wissen, ob das Beweglichkeitstraining bereits Veränderungen bewirkt hat, womit weitere Anpassungen am Rad, beispielsweise die Lenkerhöhe neu eingestellt werden könnte.

Unsere BikeFitter an den Standorten in Köln, Hamburg und München freuen sich darauf, dir auf dem Weg zu deiner optimalen Sitzposition zur Seite zu stehen.

Optimierung von Sattel und Rad

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