BikeFitting in der Wettkampfvorbereitung – Für wen es sich lohnt

Im Laufe der Saison melden sich des Öfteren Athleten*innen bei uns mit akuten Beschwerden in ihrer Sitzposition – oft sind das klassische Sitzbeschwerden oder Knieschmerzen. Im Grunde empfehlen wir, möglichst frühzeitig, mit ausreichend Abstand zu der Wettkampfsaison ein BikeFitting zu vereinbaren, dass genau solche Probleme im Saisonverlauf – oder vor dem Hauptwettkampf – nicht auftreten. Wann der optimale Zeitpunkt für ein BikeFitting ist, erfahrt ihr hier. Aber es gibt Situationen, bei denen ein Fitting auch kurz vor dem Wettkampf durchgeführt werden sollte.

Unsere Fragen am Telefon wiederholen sich und es werden die offensichtlichen Punkte abgefragt. Hast du deine Sitzposition verändert? Hast du deine Cleats gewechselt und ggf. falsch montiert? Fährst du eine neue oder ausgefahrene Radhose? Gibt es Abnutzungserscheinungen an den Kontaktstellen Sattel, Cleat/Pedal oder Lenker? In den meisten Fällen werden die Fragen mit „Nein“ beantwortet. Warum tauchen trotzdem Probleme im Laufe der Saison auf, obwohl man seit Monaten in derselben Position und Einstellung fährt? Die logische Schlussfolgerung: Nicht die Sitzposition hat sich verändert, sondern der Körper des Athleten/der Athletin.

Wir BikeFitter sehen die Positionsoptimierung immer als einen Prozess und das BikeFitting ist nur eine Momentaufnahme von dem Athleten oder der Athletin und deren Verbindung mit dem Rad. Die Ursachen für die Probleme, die während der Saison auftreten liegen häufig an gesteigerten Trainingsumfängen, Intensitäten und dem Vernachlässigen von Stabilisations- und Beweglichkeitstraining. Vereinfacht gesagt: Der Ausdauersport verkürzt unsere Muskulatur. Finden wir keine Balance im Training auf dem Rad und dem Ausgleichstraining auf der Matte können sich mit der Zeit Probleme in der Sitzposition äußern.

Was mache ich, wenn während der Saison Probleme auftreten?

Im Training sollte das Stabilisations- und Beweglichkeitstraining definitiv wieder mehr in den Fokus geraten. Hier ein sehr vereinfachtes Beispiel: Stellt euch vor ihr habt ein Gummiband an eurer Ferse befestigt. Das Gummiband verläuft über die hintere Beinmuskulatur, Gesäßmuskulatur, dem Rücken bis an den Hinterkopf. In unterster Pedalstellung ist das Band maximal gespannt. Durch die verkürzte hintere Muskelkette – Wadenmuskulatur, hinterer Oberschenkel, Gesäß und unterer Rücken – steht dieses „Gummiband“ nochmal mehr unter Spannung. Diese zusätzliche Spannung der einzelnen Muskelgruppen kann sich in Problemen zwischen und an den Kontaktstellen äußern. Konkret: Sattelbeschwerden, Rückenbeschwerden oder Knieschmerzen. Durch gezieltes Training kann gegen diese Verkürzungen angegangen werden. Da aus diesen Verkürzungen Ausgleichsbewegungen, sowie Positionsveränderungen auf dem Rad resultieren, ist es ratsam professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Soll ich ein BikeFitting kurz vor dem Wettkampf machen und was habe ich davon?

In unserem BikeFitting können wir nach der Anamnese und Baseline-Messung die Ausgleichsbewegungen und damit verbundenen Probleme erörtern. Ziel ist es einen Maßnahmenplan zu erstellen, der zum einen eine akute Besserung für den anstehenden Wettkampf herbeiführt und zum anderen eine langfristige Lösung entstandener Probleme mit sich führt. Welche Änderung der Position macht akut Sinn? Welche Dehnübungen sollten in den nächsten Wochen forciert werden? Welche Einstellung soll nach dem Wettkampf gefahren werden? Der Austausch mit eurem BikeFitter ist hier entscheidend.

Beispielsweise durch die Reduzierung der Sitzhöhe, beispielsweise im Bereich von 2-3mm und/oder einem höheren Lenker/Cockpit können wir akut dazu beitragen, dass insgesamt weniger Spannung auf der hinteren Muskelkette herrscht. Unsere Änderungen werden stets quantitativ überprüft und wir vergleichen, ob die Ausgleichsbewegungen reduziert werden konnten.

Durch die Komplexität und auch Vorsicht, vor einem Wettkampf keine größeren biomechanischen Änderungen vorzunehmen, werden im BikeFitting zum Teil zwei Radeinstellungen getestet. Die erste Einstellung soll akut die Probleme reduzieren, sodass der Wettkampf beschwerdefrei und trotzdem mit größtmöglicher Performance absolviert werden kann. Die zweite Radeinstellung ist beispielsweise eine Einstellung, bei der die Sitzhöhe drastischer geändert wird. Der hier größere biomechanische Eingriff benötigt eine längere Adaptationszeit, bevor die Muskulatur wieder die gewohnte Kraft auf das Pedal bringen kann. Längerfristig ist dies aber die bessere Einstellung und sollte die Probleme vollends lösen.

Wir BikeFitter können inzwischen ganz gut einschätzen, welche Veränderungen kurz vor einem Wettkampf möglich sind und welche nicht. Insbesondere durch den engen Austausch nach dem Termin können wir die Probleme in den meisten Fällen kurzfristig und langfristig gut lösen.

In der Vergangenheit haben wir einige Athleten nicht nur im Labor – beim BikeFitting – kurzfristig vor einem Wettkampf, sondern auch auf der Radrennbahn im Aerodynamik Test gefittet. Es ist immer ein Zusammenspiel aus Komfort, Kraftübertragung und Aerodynamik. Nicht neu für uns ist, dass eine komfortablere Aeroposition auch schneller ist. In vielen Fällen stellte sich heraus, dass ein höheres Cockpit nicht nur zur Entlastung der hinteren Kette, sondern auch zu einer Verbesserung/oder gleichen Aerodynamik führt.

Warum also nicht Probleme lösen und den Wettkampf mit mehr Komfort bestreiten? Außerdem können Aerodynamik Tests vor einem Wettkampf immer gut für finale Materialentscheidungen sein. Doch bitte aufgepasst: Unterschiedliche Hosenpolster in Aeroeinteilern, oder unterschiedliche Sichtfelder von Helmen können die Position biomechanisch verändern.

Damit du aerodynamisch, effizient und vor allem schmerzfrei auf dem Rad sitzen kannst optimieren wir deine Sitzposition in unseren Laboren in Hamburg, Köln und München! Buche jetzt deinen BikeFitting Termin

Die nächsten AeroFitting Termine in Augsburg und Büttgen findest du hier

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