Bitter Sweet SWIMphony – Der Massenstart im Triathlon

Das Schwimmen ist bei vielen Triathleten noch immer die unbeliebteste Disziplin. Das kann nicht nur an einer vermeidlich geringeren sportlichen Leistung resultieren. Auch die Bewegung im Wasser, umringt von vielen anderen Athlet:innen, ist nicht immer angenehm. Wenn die „Waschmaschine“ erst einmal startet, sind Körperkontakte vor allem beim Massenstart der Teilnehmenden oft nicht zu vermeiden.

Die Challenge Roth ist einer der wenigen großen Events, bei der die erste Disziplin in den einzelnen Startgruppen noch im Massenstart erfolgt. Faszination und Herausforderung zugleich. Für die HYCYS HYLITES Staffel wird in diesem Jahr Coach Jean die 3,8km lange Strecke im Kanal bewältigen. Wir haben ihn zu seinem Schwimmpart und die Herausforderungen des Massenstarts befragt.

Der Massenstart beim Schwimmen: für Athleten eine besondere Herausforderung. Wie stehst du zum Massenstart?
Im vergangenen Jahr bin ich in der Triathlon-Landesliga Schleswig-Holstein an den Start gegangen. In diesem Jahr in der Regionalliga. In diesen Rennen sind Massenstarts tatsächlich an der Tagesordnung und ich bin diese Situation gewohnt. Aber natürlich hat jeder Triathlon seine eigene Dynamik und eine Szenerie, wie sie in Roth jedes Jahr geboten wird, ist etwas ganz Besonderes.

Was sollte man bei Massenstarts besonders beachten?
Ich habe oft den Fehler gemacht, dass hohe Tempo der guten Schwimmer mitzugehen. Es ist einfach verführerisch, da man ja an guter Position am Ende auch aus dem Wasser herauskommen möchte. Das Ergebnis: hinten raus fällt die Leistung extrem ab. Das altbekannte Sprichwort beweist sich immer wieder als wahr: Einen Triathlon kannst du nicht durch das Schwimmen gewinnen, aber du kannst ihn definitiv durch das Schwimmen verlieren.

Daher ist es im Triathlon, wie bei Radrennen oder Läufen, auch hier enorm wichtig, sein eigenes Tempo zu schwimmen und sich nicht mitreißen zu lassen.

Wie willst du das Schwimmen in Roth angehen?
Genauso, wie ich es jedem meiner Athleten rate: realistisch positionieren! Ich erwarte in der Staffel ein überdurchschnittlich starkes Schwimm-Feld. Daher werde ich mich eher hinten positionieren. Vielleicht warte ich auch kurz, bis die Athlet:innen los sind und suche mir dann ein paar schnelle Beine. Denn Wasserschatten hilft enorm. Allen starken Schwimmern empfehle ich, sich gerne vorne in der Gruppe einzuordnen. Ich werde mich stark auf mein eigenes Tempo konzentrieren, damit ich mein Tempo bis fast zum Schluss konstant halte. Da ich „nur“ Schwimme, heißt es für mich auf den letzten 400 Metern, also der oberen Schleife, Vollgas!

Was sollte man bei diesem Rennen besonders beachten?
Ich erwarte tatsächlich beim Challenge Roth von den Rahmenbedigungen ein entspanntes Schwimmen. Im Kanal macht es keinen Unterschied, ob man sich links oder rechts positioniert. Es wird nur wenig Wellen geben. Eine gute Linie ist wichtig, um keine unnötigen Meter zu machen. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass mit Wetsuit gestartet wird. Den sollte man daher nicht vergessen.

Wie hast du dich auf diese lange Strecke vorbereitet?
Aufgrund einer Verletzung habe ich sehr viel im Becken trainiert. Ich habe in längeren Intervallen verschiedene Tempi geschwommen, um für mich das Richtige zu finden. Das Wasser war hier oben in Hamburg leider noch sehr lange ziemlich frisch. Um keine Unterkühlung zu provozieren, bin ich daher eher etwas später in die Freiwasser-Saison gestartet. Das habe ich jedoch für die letzten langen Einheiten gut genutzt, um mich an das Freiwasser zu gewöhnen.

Was sind deine wichtigsten Tipps für den Start beim Challenge Roth?

  1. Das Atmen zu beiden Seiten üben.

    Im Getümmel des Massenstarts haben die Athlet:innen einen Vorteil, die zu beiden Seiten atmen können (zumindest zweitweise). Daher sollte man das unbedingt vorab üben. Wenn sich das Feld dann etwas auseinandergezogen hat, kann man dann auch getrost wieder auf die Lieblingsseite wechseln.

  2. Schnelle Füße finden.

    Sobald sich das Feld etwas beruhigt hat und man sein eigenes Tempo gefunden hat, sollte man im Wasserschaffen die aquadynamischen Vorteile nutzen. Das sich ein hohes Tempo dann einfach anfühlt, ist das Ergebnis.

  3. Testschwimmen wahrnehmen.

    Es ist großartig, dass die Veranstalter das Testschwimmen ermöglichen. Normal darf im Kanal nicht geschwommen werden. Man kann sich in Ruhe eingrooven und bekommt ein Wassergefühl. Aber Achtung: Macht das früh genug, dass der Neo am Sonntagmorgen trocken ist.

  4. Eine gut sitzende Ausrüstung.

    Im Getümmel kann es gut sein, dass man versehentlich auch mal einen Schlag gegen den Kopf bekommt. Die Brille sollte fest sitzen und nicht direkt verrutschen. Zusätzlichen Halt bekommt man, wenn man die Badekappe über die Brille zieht.

Um die gut sitzende Schwimmbrille muss Jean sich keine Gedanken manchen. Dank einer maßgefertigten Schwimmbrille von TheMagic5 kann er sich ins Getümmel begeben. im Testwettkampf und bei zahllosen Trainingskilometern wurde Sitz, Sicht und Komfort als optimal bewertet!

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