Kona dreaming: Was es braucht, Hawai’i zu finishen

Schwimmen im Pazifik, Radfahren auf dem berühmten Queen K. Highway und der Zieleinlauf auf dem Ali’i Drive. Für die meisten Athleten ist das Finish vom Ironman Hawai‘i ein echter Lebenstraum. Doch um das zu erreichen, ist die erfolgreiche Qualifikation das eine. Das Rennen selbst erfolgreich zu finishen, ist etwas ganz anderes.

Der Mythos hat auch in diesem Jahr seinem Ruf alle Ehre gemacht. Doch mit einer Finisher-Quote von 95 Prozent haben fast alle Athleten die Herausforderungen erfolgreich gemeistert. Doch was braucht es eigentlich, um dieses Rennen, das mit Recht als eines der härtesten Rennen gilt, zu finishen? Einiges – so viel lässt sich feststellen.

1. Zeit

Ja, das erfolgreiche Finish auf Hawai’i benötigt Zeit, sehr viel Zeit. Und damit ist nicht nur das Training im Vorfeld für die Qualifikation und das eigentliche Rennen gemeint. Für unsere Coaches hat sich erneut bestätigt, dass eine frühzeitige Ankunft auf der Insel ein echter Gamechanger sein kann.

Die Zeitverschiebung von 12 Stunden ist nicht mal eben überwunden. Natürlich ist es mit Blick auf den Rennmorgen von Vorteil, wenn der Biorhythmus bereits in den frühen Morgenstunden am Arbeiten ist. Doch sollte die Nacht davor erholsam sein, um wirklich im Vollbesitz der Kräfte an den Start zu gehen. Der Organismus braucht genug Zeit, sich auf die Umkehr von Tag und Nacht einzustellen.

Über die Akklimatisierung vor Ort wird seit je her immer viel gesprochen. Es ist heiß und die Luftfeuchtigkeit hoch. Natürlich absolvieren auch wir mit unseren Athlet:innen im Vorfeld einige , doch sind die Bedingungen vor Ort zu Hause oder gar in Trainingslagern auf europäischen Terrain kaum bis gar nicht nachstellbar – insbesondere die vorherrschende Hitze. Letzte längere Schlüsseleinheiten vor Ort verbessern die Adaption der Bedingungen – und bieten genügend Möglichkeit, die gemachten Erfahrungen in die individuelle Rennstrategie gemeinsam mit dem Coach zu überführen.

2. Außerordentliche Physis

Ob Profi oder Agegrouper – alle Teilnehmenden haben mit ihrer Qualifikation bereits bewiesen, dass sie nicht nur die sportliche Leistungsfähigkeit besitzen, einen Ironman zu finishen. Sie gehören zu den Besten der Welt. Doch das Profil der Strecke hat es in sich und darf nicht unterschätzt werden.

Vor der Wassertemperatur braucht sich im 27°C warmen Pazifik keiner zu fürchten. Doch wird ohne Neo geschwommen – der sonst für viele Athleten eine willkommene Hilfe darstellt. Mäßiger bis starker Wellengang können die 3,8 Kilometer lange Strecke zu einer echten Herausforderung werden lassen.

Nach dem Schwimmen erwartet die Athlet:innen die 180 Kilometer lange Rad- und die anschließende Marathonstrecke. Abschnitte ohne Höhenunterschiede sucht man fast vergebens. Kaum ein Meter ist wirklich gerade. Die speziellen hawaiianischen Belastungen sind enorm und die Kräfte müssen clever eingeteilt werden.

Und schließlich ist da noch die Hitze, der es zu trotzen gilt. Hitze von oben, Hitze von unten. Von links, von rechts. Die Lavafelder entlang des Queen K. verwandeln die Strecke zu einem Backofen. Die berüchtigten Mumuku Winde wirbeln die warme Luft nicht nur durcheinander, sondern können vor allem ab der Mittagszeit für noch mehr Anstrengung und gesteigerte Anforderungen an die technische Radbeherrschung sorgen.

3. Mentale Stärke

Egal ob auf dem Rad oder beim Laufen: Wenn die Athlet:innen erstmal von der Palani Road auf den Queen K. abgebogen sind, sind sie mit sich allein. Nur vereinzelt finden sich neben den Volunteers noch Supporter an die Strecke. Wenn bei vielen Rennen die Teilnehmenden von der Stimmung getragen werden – gerade, wenn es anstrengend wird – fehlt diese auf Hawaii zu meisten Teilen.

Auch sollte man sich bewusst sein, dass unter den extremen Bedingungen des Ironman Hawai’i Qualifikationszeiten nicht unbedingt abgerufen werden können. Geduld ist angebracht. Und eben jene mentale Stärke, sich davon nicht aus dem Konzept bringen zu lassen und an dem Plan festzuhalten. Doch bitte nicht um jeden Preis. Es zeugt auch von überragender Stärke, auf seinen Körper zu hören. Wenn es sein muss, Power rauszunehmen oder – im schlechtesten Fall – aus dem Rennen auszusteigen. Gesundheit geht vor. Immer.

Es gehört also eine ganze Menge zum erfolgreichen Finish. Und hinzu kommen auch noch gewisse monetäre Bedingungen, über die vor allem im Vorfeld des diesjährigen Rennens viel diskutiert wurde. Mit Fleiß und Wille kann viel erreicht werden. Und so auch der Traum vom Ironman Finish auf Hawai’i.

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