Plötzlich isst das Peloton Laktat.
Die Frage ist, was davon ankommt.
Spätestens im Rahmen der Tour de France ist das Thema an fast jedem vorbeigekommen — in der Liveberichterstattung, in den sozialen Medien, in irgendeiner Form. Auf einmal ging es um Gels, mit denen man Laktat nicht produziert, sondern isst. Und der gefühlte Beweis wird nicht kleiner, wenn Namen wie Tadej Pogačar damit in Verbindung gebracht werden.
Dazu gleich eine vorsichtige Einordnung aus dem Profisport: Nur weil es so aussieht, ist es nicht garantiert auch so. Was ein Team im Rennen tatsächlich fährt, ist selten so eindeutig belegt, wie es in den Bildern wirkt.
Dieser Beitrag geht in drei Schritten vor. Erst klären wir, was Laktat eigentlich ist. Dann sehen wir uns an, wo der Vorteil liegen könnte, es zu essen, und was die Idee dahinter ist. Und am Ende ordne ich ein, wo die Potenziale und wo die Herausforderungen liegen — damit du selbst entscheiden kannst, ob dir das gut fünf Euro pro Gel wert ist.
Laktat ist ein umgebautes Kohlenhydrat
Drei Funktionen, die man sich merken sollte
„Wenn es im Darm ist, ist es noch nicht im Körper"
Die Idee: ein dritter Transportweg
Warum mehr aufnehmen nicht mehr Leistung heißt
Die beiden Hersteller
Zwei Anbieter haben sich der Sache bisher gewidmet, und der Kontext ist hier wichtiger als der Markenname.Der erste ist ExoLactate, eine spanische Firma, die überhaupt erst wegen dieser Gels entstanden ist. Der zweite ist Enervit, ein Hersteller, den es in der Sporternährung ohnehin schon gibt.
Bei Enervit ist bemerkenswert, mit wem entwickelt wurde. George Brooks ist so etwas wie der Gottvater des Laktats in der Wissenschaft: Der Physiologe aus Berkeley hat seinen Tätigkeitsschwerpunkt über Jahrzehnte auf dieses Molekül gelegt und die Erkenntnis durchgesetzt, dass Laktat zwischen Muskel, Herz und Gehirn transportiert und dort verbrannt wird. Über ihn führt die Verbindung zu Iñigo San Millán, Trainingsphysiologe, der unter anderem für Tadej Pogačar und das Team UAE arbeitet und daneben viel in der Krebsforschung publiziert.
Wenn Leute aus der vordersten Reihe der Wissenschaft beteiligt sind, ist das erst einmal ein ordentliches Signal. Es ersetzt keinen Beleg, aber es unterscheidet die Sache von einem Produkt, das ausschließlich über gutes Marketing verkauft werden soll — und davon gibt es im Triathlon und im Radsport reichlich.
ExoLactate und Enervit
Bezogen auf dieselbe Menge Kohlenhydrate landen beide bei rund elf bis zwölf Gramm Laktat, obwohl sie unabhängig voneinander entwickelt wurden. Das beschreibt den Bereich, in dem sich Laktatsalze offenbar zumutbar zuführen lassen. Ob in diesem Bereich auch etwas wirkt, ist eine andere Frage.
Was tatsächlich in so einem Gel steckt
Kommt gegessenes Laktat überhaupt an?
Die Größenordnung
Was das für dich heißt
Die Fragen, an denen sich das entscheidet
Wie man so etwas überhaupt misst
Die ganze Folge zum Nachhören
Diesen Beitrag gibt es auch als Folge des JUNKMILES Podcasts — mit allen Studien und Zahlen im Zusammenhang und etwas mehr Raum für die Einordnung. Und weil sich beim Thema in den nächsten Monaten einiges bewegen dürfte: Sobald belastbare Ergebnisse vorliegen, die nicht vom Hersteller bezahlt sind, sprechen wir hier wieder darüber.
Die ganze Folge gibt es im JUNKMILES Podcast — mit etwas mehr Raum für die Einordnung als hier im Text.
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