Die VO2max zeigt eine Zahl.
Nicht aber deine Leistungsfähigkeit.
Die VO2max gilt als die Zahl, an der sich Ausdauerleistung messen lässt. Jede Sportuhr zeigt sie an, jedes Trainingsportal vergleicht sie. Was dabei selten dazugesagt wird: Sie beschreibt, wie groß dein Motor ist — nicht, wie gut du ihn fährst.
Was ist die VO2max?
Die Physiologie hinter der VO2max
Warum die VO2max im Ausdauersport zählt
Was die VO2max nicht zeigt
VO2max-Werte: Tabelle nach Leistungsklasse
Die VO2max hängt von Alter, Geschlecht, Trainingszustand und Genetik ab. Die folgenden Werte sind Größenordnungen zur Einordnung, keine Normwerte.
VO2max-Richtwerte Frauen
VO2max-Richtwerte Männer
Eine Einordnung dazu: Ein Wert am oberen Rand der eigenen Klasse sagt wenig darüber aus, ob das Training gerade funktioniert. Aussagekräftig wird die Zahl erst im Vergleich mit deiner eigenen Messung von vor einem halben Jahr.
Wie du deine VO2max messen lässt
VO2max verbessern: vier Trainingsinhalte
Die VO2max ist genetisch mitbestimmt, lässt sich aber trainieren. Wie stark, hängt vom Ausgangsniveau ab — wer aus einem niedrigen Trainingszustand kommt, verbessert sich deutlich schneller als jemand, der seit Jahren strukturiert trainiert. Entscheidend ist in beiden Fällen, dass die vier folgenden Inhalte zusammenspielen. Nicht die einzelne harte Einheit bewegt den Wert, sondern das Verhältnis, in dem die vier über Wochen stehen — und damit die Qualität des Trainings statt seines Umfangs. Genau dieses Verhältnis über eine Saison hinweg auszusteuern, statt es zu schätzen, ist die Arbeit im SUMMIT6 Coaching.
1. Grundlagentraining (Low Intensity Training, LIT)
Die Basis. Bei 50 bis 75 Prozent der Schwellenleistung, phasenweise auch 76 bis 90 Prozent, arbeitet der Körper überwiegend aerob. Das fördert die Bildung neuer Mitochondrien und eine effizientere Sauerstoffnutzung in der Muskulatur.
Umfang lässt sich dabei nicht eins zu eins durch Intensität ersetzen. Gleichzeitig liegt hier die Grenze für die meisten: Ein Amateur hat weder die Trainingszeit eines Profis noch dessen Regenerationsbedingungen. Grundlagentraining ist die notwendige Basis — als alleiniger Inhalt reicht es nicht. Wie sich daraus über Monate eine tragfähige Grundlage aufbaut, haben wir im Beitrag zum Endurance Training ausführlicher beschrieben.
2. Intervalle im Schwellenbereich
Intervalle knapp unter oder an der Schwellenleistung steigern den Sauerstoffumsatz deutlich und sprechen Signalwege der mitochondrialen Biogenese an, die im reinen Grundlagentraining nur begrenzt erreicht werden.
3 bis 4 × 4 bis 8 Minuten bei 90 bis 105 Prozent der Schwellenleistung, 3 bis 6 Minuten Pause
Der zweite Vorteil liegt im Stoffwechsel: An der Schwelle befindet sich die Laktatkonzentration in einem Fließgleichgewicht. Bei korrekt eingehaltener Intensität häuft sich Laktat also nicht übermäßig an, und die Einheit bleibt verarbeitbar.
Das steht und fällt allerdings mit der Vorgabe. Liegen die Prozentwerte neben deiner tatsächlichen Schwellenleistung, trainierst du entweder unterhalb des Reizes oder in einem Bereich, der sich nicht über mehrere Wochen durchhalten lässt. Deshalb steht die Bestimmung der Schwelle vor dem Intervallblock, nicht danach.
3. Hochintensives Intervalltraining (HIIT)
HIIT bringt dich an die Belastungsgrenze und erzeugt einen Reiz, auf den die Mitochondrien nur bei dieser Intensität reagieren.
8 × 30 Sekunden bei 120 bis 130 Prozent der Schwellenleistung, im Wechsel mit 30 Sekunden bei 55 bis 70 Prozent
Die Belastung liegt dabei im Bereich der Leistung an der VO2max. Durch die kurzen Entlastungen sind sechs bis zehn Wiederholungen möglich, und die Sauerstoffaufnahme bleibt über das gesamte Intervall auf hohem Niveau. Genau das macht den Reiz aus.
Entscheidend ist die Dosierung über die Woche. Intensive Einheiten wirken, solange sie einzelne Akzente bleiben; in zu kurzer Folge verschieben sie die Entwicklung in die andere Richtung.
4. Regeneration
Die Anpassung entsteht nicht im Training, sondern danach. Auf einen gehobenen Reiz gehört die Gelegenheit, ihn zu verarbeiten: ausreichender und guter Schlaf, eine Ernährung mit angemessenem Proteinanteil, genug Flüssigkeit.
Ein bis zwei Ruhetage pro Woche, dazu eine Entlastungswoche nach zwei bis drei Trainingswochen
Ohne diesen Teil stagniert die Entwicklung, oder die Leistung geht zurück. Das ist kein Zusatz zum Training, sondern ein Teil davon. Was dabei tatsächlich zur Erholung beiträgt, haben wir unter Recovery im Ausdauersport zusammengetragen — und woran sich ein Übertraining früh erkennen lässt, bevor es die Saison kostet.
Was darüber hinaus geht
Die Zahl ist der Anfang, nicht das Ziel
Deine VO2max ist nur ein Baustein.
Nachhaltige Leistungsentwicklung entsteht nicht durch einen Wert. Mit SUMMIT6 verbinden wir individuelles Coaching mit Regeneration, Ernährung, mentaler Stärke und einer klaren Strategie für dein Ziel.
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